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veröffentlicht am 27.04.2021

Mögliche Deregulierung gefährdet Umwelt, Menschen und Tiere - EU-Gentechnik-Recht muss weiterhin auch für neue Gentechnikverfahren gelten

Greenpeace warnt vor Gesetzeslockerungen bei Neuer Gentechnik

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt davor, dass die EU bald die geltenden Gesetzesvorschriften für Neue Gentechnik aufweichen könnte. Noch Ende April will die Europäische Kommission eine wegweisende Studie zu Gentechnik veröffentlichen, die dafür ausschlaggebend sein wird, ob die bestehende Regulierung von Neuer Gentechnik gekippt wird. Lebensmittel, die mit Gentechnik-Methoden wie der Genschere CRISPR-Cas hergestellt werden, könnten dann ohne vorgeschriebene Risikoabschätzung und -prüfung sowie ohne Kennzeichnung auf den Markt gebracht werden. Greenpeace warnt eindringlich vor solch einer Lockerung im Gentechnik-Recht, die zulasten der Umwelt, Menschen und Tiere gehen würde. Sowohl auf EU-Ebene als auch in Österreich müssen PolitikerInnen dem Druck der Agrarchemie-Konzerne widerstehen und Umwelt und Menschen vor den Folgen Neuer Gentechnik schützen.

“Die Natur darf kein Versuchslabor für die Gentechnik-Industrie werden. Einmal in die Umwelt freigesetzt, wird gentechnisch verändertes Erbgut auf andere Pflanzen übertragen und kann nie wieder zurückgeholt werden. Die bestehenden Gesetze dürfen auf keinen Fall aufgeweicht werden, sonst wird ein Kreislauf in Gang gesetzt, der nicht mehr gestoppt werden kann”, warnt Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin bei Greenpeace in Österreich. Die sogenannte Neue Gentechnik unterliegt gemäß eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2018 dem bestehenden Vorschriften für gentechnisch veränderte Organismen (EU-Gentechnik- Recht). Gentechnik-BefürworterInnen verlangen, dass die EU bestimmte gentechnisch veränderte Organismen vom EU-Gentechnik-Recht ausnimmt und ihnen damit einen Freibrief ausstellt. Die neuen Methoden sind aber genauso fehleranfällig wie die klassische Gentechnik. Wird der “Gen”-Schnitt beispielsweise nicht an der richtigen Stelle durchgeführt, können dadurch die Funktionen mehrerer Gene beeinträchtigt werden - das kann negative Folgen für Umwelt und Gesundheit haben. Zudem werden die neuen Techniken wesentlich schneller entwickelt und sind damit schwieriger zu kontrollieren.

“Das Schicksal unserer Lebensmittel und der Natur darf nicht in den Händen einiger weniger Gentechnik- und Agrarkonzerne liegen, die bislang wenig Rücksicht auf die Gesundheit der Menschen und die Umwelt genommen haben und nun mit Patenten auf neue Techniken ihre Marktdominanz weiter ausbauen wollen. Die EU muss sicherstellen, dass unsere Ernährung nicht auf einer Risikotechnologie, sondern auf einer ökologischen Landwirtschaft aufbaut, die Hand in Hand mit echtem Klima- und Umweltschutz geht. Zudem will ein großer Teil der österreichischen und europäischen Bevölkerung keine Gentechnik auf dem Teller”, sagt Bittner. Die Zulassung der Neuen Gentechnik müsse ebenso streng sein, wie die der altbekannten Gentechnik. Es brauche eine Risikobewertung, Nachweisbarkeit, Rückverfolgbarkeit und die Kennzeichnung als “gentechnisch verändert” für Produkte mit Neuer Gentechnik.

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