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veröffentlicht am 20.04.2018

Umweltschutzorganisation fordert mehr Mittel für den Erhalt kleiner bäuerlicher Betriebe

Greenpeace: Angekündigte Kürzungen im EU-Agrarbudget dürfen nicht auf Kosten von Umweltschutz und Tierwohl gehen

Brüssel/Wien - EU-Kommissar Günther Oettinger hat heute angekündigt, das EU-Agrarbudget um sechs Prozent zu kürzen. „Dieses Vorhaben schafft ein erhebliches Risiko für die Zukunft unserer kleinen nachhaltig produzierenden bäuerlichen Familienbetriebe. Umso wichtiger ist es, die Agrarförderungen endlich zielgerichtet zu vergeben“, so Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher von Greenpeace in Österreich.

Derzeit machen im Agrarbudget der EU die sogenannten Direktzahlungen den mit Abstand größten Posten aus. Sie werden nach dem Gießkannenprinzip ausgeschüttet, ohne an konkrete Leistungen wie Umweltschutz, Tierwohl oder Sozialleistungen geknüpft zu sein. Allein im Jahr 2016 waren das rund 688 Millionen Euro. „Direktzahlungen werden pro Hektar ausgezahlt – die größten Betriebe bekommen also die größte finanzielle Unterstützung, egal ob sie umweltfreundlich wirtschaften oder nicht. Das ist der komplett falsche Ansatz“, so Theissing-Matei.

Auf keinen Fall dürfe es angesichts der angekündigten geringeren Mittel für die Landwirtschaft zu Einschnitten in den Programmen für Umwelt-, Tierschutz und die biologische Landwirtschaft kommen. Theissing-Matei: „Diese Landwirtschaftsprogramme fördern erfolgreich konkrete, von der Gesellschaft erwünschte Leistungen und sind schon jetzt mit weit geringere Mitteln ausgestattet, als die Flächenförderung. Für die notwendige Agrarwende müssen diese Maßnahmen massiv ausgebaut und die Flächenförderung zumindest reduziert werden. Nur so kann eine wirklich nachhaltige Landwirtschaft im Einklang mit der Natur künftig in Österreich sichergestellt werden“.
Von Landwirtschaftsministerin Köstinger fordert die Umweltschutzorganisation ein klares Bekenntnis zu zielgerichteten Förderungen in der Landwirtschaft, bei denen der Schutz von Artenvielfalt und Klima sowie die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe im Vordergrund stehen.

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