veröffentlicht am 23.04.2021

Ziele sind Schritt in die richtige Richtung aber verfehlen 1,5 Grad-Ziel bei Weitem - konkrete Maßnahmen fehlen

Greenpeace: Biden-Klimagipfel zwischen Anspruch und Wirklichkeit gefangen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht positive Ansätze in den Ankündigungen des internationalen Klimagipfels, vermisst aber notwendige weitreichende und konkrete Maßnahmen in der Bekämpfung der Klimakatastrophe. Trotz einer Reihe von Ankündigungen haben es die weltweit größten Verschmutzer beim Klimagipfel von US Präsident Joe Biden verabsäumt, die Welt auf Klimakurs zu bringen. Selbst mit neuen nationalen Klimazielen der USA, Großbritanniens, Kanadas und Japans fehlt nach wie vor ein klarer und solider Pfad zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziels des rechtsverbindlichen Pariser Abkommens. Teilweise stehen die Klimaziele mit der Vergabe von immer neuen Öl- und Gaslizenzen, Flughafenausbauten und Subventionen für fossile Energie in krassem Widerspruch zur tatsächlichen Politik. Greenpeace fordert eine deutliche Nachbesserung der Ziele, um diese in Einklang mit dem Pariser Abkommen zu bringen, sowie eine radikale und sofortige Abkehr vom Ausbau fossiler Energie.

“Die Regierungen zeigen im Umgang mit der Klimakrise, dass sie fähig, aber nicht willens sind, wirkliche Lösungen umzusetzen, um die Natur- und Klimakatastrophe zu verhindern. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens ist so schlichtweg nicht erreichbar”, sagt dazu Adam Pawloff, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich. “Die Staats- und Regierungschefs haben sich scheinbar entschlossen, den Planeten und ihre Bürgerinnen und Bürger im Stich zu lassen, indem sie das rechtsverbindliche Pariser Abkommen nicht einhalten. Es braucht dringend einen gerechten und grünen Übergang weg von fossilen Brennstoffen, bei dem die Natur - als unsere wichtigste Verteidigung gegen die Klimakrise - geschützt und wiederhergestellt werden muss”, so Pawloff.

Das Ziel von minus 78 Prozent von Großbritannien mutet sehr ambitioniert an. Der geplante Ausbau von Flughäfen, die Vergabe von neuen Öl- und Gaslizenzen in der Nordsee und der Bau neuer Kohleminen zeigt aber die mangelnde Ernsthaftigkeit, mit der der Natur- und Klimakatastrophe begegnet wird. Die USA haben ihr Klimaziel von ursprünglich 25 Prozent Emissionsreduktion auf 50 Prozent erhöht und mit der Einstampfung von großen Öl-Pipelines einige wichtige Zeichen gesetzt. Sie sind damit allerdings noch immer weit von den für die Erreichung des 1,5-Grad Ziels erforderlichen minus 70 Prozent entfernt. China hat beim Gipfel zwar angekündigt, die Verbrennung von Kohle deutlich zu senken, lässt aber mit konkreten Klimazielen noch auf sich warten. Die Ankündigung von Brasiliens Präsident Bolsonaro, die illegale Amazonas-Abholzung erst 2030 zu beenden, ist für das Weltklima eine absolute Katastrophe.

Greenpeace fordert vor diesem Hintergrund eine Verstärkung und Konkretisierung der Anstrengungen im Klimaschutz. “Mit diesen Maßnahmen schaffen die Regierungen Fakten im Kampf gegen die Klimakrise, die den Anforderungen bei weitem nicht gerecht werden. Sie verschieben die wirklich weitreichenden Entscheidungen und Pläne wieder einmal in die Zukunft und gefährden damit alle Ziele, die sie sich vor 5 Jahren in Paris selbst gesteckt haben”, sagt Pawloff.

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