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veröffentlicht am 17.07.2020

Mehr als 2.000 Feuer im Juni

Greenpeace dokumentiert verheerende Amazonas-Brände

Heute von Greenpeace veröffentlichte Bilder zeigen das dramatische Ausmaß der Brände im Amazonas-Regenwald. Die Umweltschutzorganisation dokumentierte bei einem Überflug im Bundesstaat Mato Grosso bereits komplett abgebrannte Flächen, aktive Feuer und Gebiete, die für gezielte Brandstiftung vorbereitet werden. 2.248 Brände sind im Juni im Amazonas-Regenwald bereits verzeichnet worden. Seit 13 Jahren gab es in dem Monat nicht mehr so viele Brände wie dieses Jahr. Die Flammen werden absichtlich gelegt, um die Flächen für Rinderfarmen oder Plantagen nutzbar zu machen. Während die brasilianische Regierung unter Jair Bolsonaro immer stärker unter Druck gerät, setzt die deutsche Regierung während ihrer EU-Ratspräsidentschaft alles daran, den EU-Mercosur-Handelspakt doch noch durchzupeitschen – obwohl sich Österreich dazu verpflichtet hat, ein Veto gegen das umweltschädliche Abkommen einzulegen. Greenpeace fordert von der österreichischen Bundesregierung, auf allen Ebenen gegen den Mercosur-Pakt zu kämpfen.

„Das menschengemachte Flammeninferno im Amazonas breitet sich im Rekordtempo aus und wird im weltgrößten Regenwald auch diesen Sommer wieder eine Spur der Vernichtung ziehen”, erklärt Lukas Meus, Waldexperte bei Greenpeace in Österreich. „Ermöglicht und befeuert werden diese gewaltigen Brände von Jair Bolsonaros profitgetriebener Politik. Seine Regierung schwächt Umweltgesetze und fördert Abholzungen und Brandstiftung. Damit wird der Amazonas zu einer gesetzlosen Spielwiese von Landräubern und Bergarbeitern, die den Regenwald für ihren Profit anzünden”. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Brände dieses Jahr um fast 20 Prozent angestiegen. Der Bundesstaat Mato Grosso ist von den Bränden besonders betroffen – fast die Hälfte aller Brände im Amazonas-Regenwald wurden dieses Jahr in Mato Grosso gelegt. Wegen der steigenden Abholzungs- und Brandzahlen gerät Bolsonaro international und national immer stärker unter Druck. Denn Investoren und Handelspartner haben in den letzten Wochen vermehrt öffentlich die Vorgehensweise der brasilianischen Regierung kritisiert. Die Regierung hat nun ein Moratorium erlassen, mit dem für 120 Tage Brandstiftungen gesetzlich verboten sind. „Diese Ankündigung ist viel zu wenig und nur ein PR-Stunt, um von Bolsonaros wahren Absichten abzulenken. EU-Staaten können Bolsonaro nicht vertrauen und behaupten, dass ein Mercosur-Abkommen keinen Schaden anrichten wird. Im Gegenteil: Der Handelspakt wird die Amazonas-Zerstörung nur noch beschleunigen”, so Meus.

Die deutsche Regierung will noch dieses Jahr während ihrer EU-Ratspräsidentschaft einen neuen Anlauf starten, den EU-Mercosur-Handelspakt mit südamerikanischen Ländern wie Brasilien zu beschließen. Doch gerade dieser Pakt würde die Zerstörung des Amazonas weiter anheizen. Nach einer Greenpeace-Kampagne legte das Österreichische Parlament daher bereits im September 2019 verbindlich die österreichische Position auf “Nein” zum EU-Mercosur-Pakt fest. Weil die Entscheidung auf europäischer Ebene einstimmig getroffen werden muss, kommt das einem Veto gleich. Wobei Österreich hier nicht alleine steht: Auch Frankreich, sowie die Parlamente Belgiens und der Niederlanden sprechen sich gegen das Abkommen aus. Dennoch sucht die deutsche Regierung jetzt nach Schlupflöchern, um das Abkommen noch durchzupeitschen. So könnte etwa nur über Teile des Pakts abgestimmt werden, um eine notwendige Einstimmigkeit zu umgehen. „Jetzt ist es wichtiger denn je, dass die österreichische Bundesregierung bei ihrem Nein zum EU-Mercosur-Pakt standhaft bleibt. Sonst wird in Zukunft ein noch viel größerer Teil des Amazonas der Profitgier zum Opfer fallen und österreichische Bäuerinnen und Bauern einem noch brutaleren Preiswettkampf ausgesetzt. Unsere Bundesregierung darf auf keinen Fall zulassen, dass Deutschland den ruinösen Pakt gegen jede Vernunft durchboxt”, fordert Meus.

Bildmaterial
finden Sie unter: https://bit.ly/Amazonas-Überflug

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