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veröffentlicht am 03.02.2021

Umweltorganisation fordert von Österreichs Regierung strenge Gesetze für den Handel mit globalen Gütern

Greenpeace fordert starkes Lieferkettengesetz von österreichischer Regierung

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz von „Diskurs. Das Wissenschaftsnetz” zum Lieferkettengesetz fordert auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace die österreichische Regierung auf, sich für ein starkes Lieferkettengesetz einzusetzen. Dieses soll Unternehmen gesetzlich verpflichten, entlang der gesamten Lieferkette ökologische und soziale Standards einzuhalten. Denn trotz Selbstverpflichtungen wie Zertifikaten und Labels verletzen große Konzerne weiterhin Menschenrechte und zerstören unsere Umwelt. Greenpeace fordert die österreichische Regierung auf, sich sowohl für ein nationales als auch ein EU-weites Lieferkettengesetz einzusetzen.

„Greenwashing, leere Versprechen und vermeintlich nachhaltige Zertifikate können die Regenwälder unseres Planeten nicht retten. Wir brauchen endlich starke, konsequente Gesetze - damit keine Produkte mehr in den Supermarktregalen landen, für die Wälder zerstört und Menschenrechte mit den Füßen getreten werden”, sagt Ursula Bittner, Wirtschaftssprecherin bei Greenpeace in Österreich. Bereits vor zehn Jahren haben über 400 Unternehmen öffentlichkeitswirksam versprochen, bis 2020 entwaldungsfreie Lieferketten sicherzustellen - darunter beispielsweise Mondelēz, Mars und Nestlé. Keines dieser Unternehmen hat dieses Ziel erreicht. Ganz im Gegenteil: Seit 2010 sind weltweit mindestens 50 Millionen Hektar Wald gerodet worden - eine Fläche so groß wie Spanien. Auch global agierende Gütezeichen wie RSPO oder FSC können die Zerstörung der Wälder mit ihren zu schwachen oder unzureichend kontrollierbaren Standards nicht eindämmen.

Die Europäische Union will nun Verantwortung übernehmen: Dieses Jahr sollen noch Gesetzesentwürfe sowohl für ein Waldschutzgesetz als auch ein Lieferkettengesetz ausgearbeitet werden. Mit einem Waldschutzgesetz sollen Produkte, die Rohstoffe wie Soja, Kakao, Palmöl oder Holz enthalten, nicht mehr in der EU verkauft werden dürfen, wenn für ihre Produktion Wälder zerstört werden. Aktuell importiert die EU 36 Prozent der weltweit gehandelten landwirtschaftlichen und tierischen Güter, die mit Waldzerstörung in Verbindung stehen. „Greenpeace setzt sich für ein starkes Waldschutzgesetz ein. Wir brauchen aber auf lange Sicht auch ein Lieferkettengesetz auf nationaler sowie auf EU-Ebene, damit Unternehmen in allen Bereichen verpflichtet werden, ihre Produkte fair und umweltgerecht herzustellen”, erklärt Bittner. „Österreich und die EU müssen endlich aktiv werden und klare Gesetze schaffen, die unsere globalen Wälder und damit auch unser globales Klima wirksam schützen.”

Auch EU-BürgerInnen können sich noch bis 8. Februar für ein starkes, EU-weites Lieferkettengesetz einsetzen und so die EU aufzufordern Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.

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