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veröffentlicht am 30.11.2018

Umweltschutzorganisation veröffentlicht Schweine-Landkarte - Umweltministerin Köstinger darf Risiken der Massentierhaltung nicht weiter ignorieren

Greenpeace fordert Untersuchung von Flüssen und Bächen nahe intensiver Schweinehaltung - GRAFIK

Wien – Greenpeace fordert eine rasche Untersuchung von Gewässern in Regionen mit intensiver Schweinehaltung. Dazu veröffentlicht die Umweltschutzorganisation eine Landkarte Österreichs, die die Gemeinden mit den meisten Schweinen ausweist (https://act.gp/SchweineAT). Jährlich werden in Österreich etwa fünf Millionen Schweine geschlachtet. Gestern hatte Greenpeace eine Stichproben-Analyse von insgesamt drei Flüssen und Bächen in Oberösterreich und der Steiermark veröffentlicht. Die Proben wurden im Rahmen einer länderübergreifenden Untersuchung genommen und wurden anschließend nach wissenschaftlich anerkannten Methoden analysiert. Alle drei österreichischen Proben waren mit einem Schadstoff-Cocktail aus Antibiotika und Pestiziden verunreinigt (https://goo.gl/o7RoP1).

„Unsere Testergebnisse sind besorgniserregend. Sie zeigen, dass unbedingt weitere Untersuchungen nötig sind. Antibiotika und Pestizide sind in der Regel biologisch hochaktive Substanzen. Sie können schon in niedrigen Konzentrationen Schaden anrichten“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. Die Greenpeace-Untersuchung habe nur einen kleinen Ausschnitt gezeigt. Man könne aber mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es in anderen österreichischen Gebieten mit intensiver Schweinehaltung ähnliche Probleme gibt. Jetzt müsse auch in vergleichbaren Regionen erhoben werden, ob dort ebenso ein Schadstoff-Cocktail die Gewässer verunreinigt.

Die Haltung von Schweinen ist in Österreich stark auf einige wenige Regionen konzentriert: Oberösterreich um Wels sowie zwischen Enns und Amstetten, Niederösterreich um St. Pölten und die Süd- bzw. Oststeiermark. Theissing-Matei: „Die Tiere werden hier meist auf sehr engem Raum gehalten, oft unter qualvollen Bedingungen. Ihnen werden viele Antibiotika verabreicht.“ Fast drei Viertel aller Antibiotika, die in Österreich Tieren gegeben werden, gehen an Schweine. „Die Tiere scheiden dann bis zu 90 Prozent der Antibiotika wieder aus. Viel davon landet schlussendlich in der Umwelt und in unseren Gewässern. Über kurz oder lang ist das auch ein Risiko für unsere Gesundheit, weil so leichter sogenannte Superkeime entstehen können, bei denen Medikamente nicht mehr wirken“, so Theissing-Matei.

Die Gemeinden mit den meisten Schweinen pro Quadratmeter finden sich durchwegs in Oberösterreich. Die höchste Schweinedichte weisen Steinhaus, Sattledt und Wartberg auf. Die meisten Schweine pro EinwohnerIn finden sich in zwei steirischen Gemeinden. In der Gemeinde Schwarzautal leben 18 Mal mehr Schweine als Menschen, in Gabersdorf 16 Mal mehr Schweine als Menschen. „Umweltministerin Elisabeth Köstinger darf ihre Augen nicht weiter vor den Risiken der industriellen Massentierhaltung verschließen. Flüsse und Bäche in den österreichischen Regionen mit der dichtesten Schweinehaltung müssen jetzt rasch überprüft werden. Nur so können wir das Ausmaß des Problems überblicken und dann entsprechende Maßnahmen ergreifen“, fordert Theissing-Matei.

Greenpeace-Fact-Sheet zu Schweinehaltung in Österreich (mit Liste von schweinereichsten Gemeinden): https://goo.gl/aauGc8

Interaktive Schweine-Landkarte von Greenpeace: https://act.gp/SchweineAT

Schweine-Landkarte zum Download: https://goo.gl/y8tsA5

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