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veröffentlicht am 09.09.2020

Greenpeace-Marktcheck: 88 Prozent der getesteten Produkte im Supermarkt aus heimischer Herkunft

Der Greenpeace-Marktcheck hat im September unter die Lupe genommen, wie es um das Angebot von heimischen Produkten in den Supermärkten steht. Anhand eines Warenkorbs mit zehn Produkten wurde abgefragt, wie hoch der Anteil an österreichischer Ware und wie umfangreich das Bio-Angebot ist. Das erfreuliche Fazit: 88 Prozent der Artikel im Test kommen aus Österreich, immerhin 25 Prozent der Artikel sind aus heimischer und biologischer Produktion. Testsieger beim Marktcheck wird Hofer, Billa belegt Platz zwei. Von der österreichischen Bundesregierung fordert Greenpeace eine bessere Kennzeichnung bei verarbeiteten Produkten und in der Gastronomie.

“In der Coronakrise wollen viele Menschen bewusst gesund und regional einkaufen. Deswegen ist es erfreulich, dass das Angebot an regionalen, saisonalen und biologischen Produkten in den Supermärkten vergleichsweise groß ist”, sagt Sebastian Theissing-Matei, Lanwirtschaftsexperte bei Greenpeace in Österreich. In dem von Greenpeace definierten Warenkorb befanden sich neben fünf Obst- und Gemüsesorten wie Äpfel und Erdäpfel auch Butter, Tofu, Faschiertes, Extrawurst und Sonnenblumenöl. Abgefragt wurden in den einzelnen Produktgruppen jeweils die Anteile von heimischen Produkten und biologischer Qualität am gesamten Sortiment. Das durchwegs erfreuliche Ergebnis: 88 Prozent der Artikel stammen aus Österreich, 25 Prozent waren obendrein auch aus biologische Landwirtschaft. Besonders hoch ist der Österreich-Anteil bei Bio-Produkten, die die Supermärkte meist unter ihren Eigenmarken vertreiben. Hier sind 90 Prozent der getesteten Artikel aus Österreich.

Bei frischen Produkten wie etwa Gemüse, Obst oder Frischfleisch ist die Herkunft für KonsumentInnen auch gut erkennbar. Bei verarbeiteten Produkten bleibt die Herkunft der Zutaten jedoch oft verborgen. Eine neue gesetzliche Regelung bringt hier zumindest teilweise Abhilfe: Seit 1. April 2020 müssen bei allen verpackten Produkten, die mit der “Marke Österreich” auf der Packung werben, auch tatsächlich heimische Rohstoffe verwendet werden oder sonst deren Herkunft angegeben sein. Besonders schlecht steht es um die Transparenz im Außerhaus-Bereich, also etwa in der Gastronomie. Hier ist für KonsumentInnen die Herkunft der Lebensmittel meist gar nicht nachvollziehbar. Als Folge werden hier auch deutlich mehr importierte Lebensmittel aufgetischt. Für den Gesamtabsatz von Lebensmitteln in Österreich ist das sehr relevant, werden doch rund 41 Prozent aller Lebensmittel nicht in den Supermärkten eingekauft sondern außer Haus konsumiert. “Überall wo Transparenz über die Herkunft der Lebensmittel noch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist - wie etwa bei verarbeiteten Produkten oder in der Gastronomie - werden Konsumentinnen und Konsumenten noch immer gegen ihren Wunsch Lebensmittel aus aller Welt untergejubelt, etwa Käfigeier aus den Niederlanden, Spargel aus Peru oder Knoblauch aus China. Die österreichische Bundesregierung muss hier endlich für Transparenz sorgen und eine verpflichtende bessere Kennzeichnung umsetzen”, fordert Theissing-Matei.

Fotomaterial steht unter Angabe der Credits für die redaktionelle Nutzung kostenlos zur Verfügung: © Mitja Kobal / Greenpeace

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