veröffentlicht am 13.10.2021

Greenpeace-Marktcheck: Nur ein Fünftel der untersuchten Supermarkt-Produkte bei Diskontern unverpackt

Verpackungsmüll muss bei allen Supermärkten deutlich reduziert werden - Greenpeace fordert Ausbau von Mehrweg- und Abfüllsystemen

Wien - Der aktuelle Greenpeace-Marktcheck hat geprüft, in welchen Supermärkten es für KonsumentInnen möglich ist, Verpackungsmüll einzusparen. Für die Bewertung war entscheidend, ob Mehrweg-Flaschen angeboten und Lebensmittel auch unverpackt erhältlich sind - etwa indem selbst mitgebrachte Essensboxen angenommen werden oder eine Abfüllstation für Trockenartikel vorhanden ist. Insgesamt wurden 35 Produktkategorien, darunter Käse, Schinken, Brot, Bier und Müsli abgefragt. Das ernüchternde Ergebnis: Bei den Diskontern Hofer, Lidl und PennyMarkt sind nur ein Fünftel der untersuchten Produkte unverpackt oder in Mehrweg erhältlich. Bei den Vollsortimentern wie Spar, Billa und MPreis gibt es ein Unverpackt-Angebot, doch finden sich in den Filialen kaum Informationen dazu. Bei dem aktuellen Greenpeace-Marktcheck konnte Interspar am meisten überzeugen und belegt den 1. Platz.

“Die Müllberge wachsen mit rasantem Tempo zu lasten der Umwelt und des Klimas. In den Supermärkten werden jedoch noch immer viel zu viele Produkte unnötig verpackt. Bei den Diskontern kommt nur ein Fünftel der abgefragten Produkte - Obst, Gemüse und Brot - ohne Einwegverpackung aus. Dass es auch anders geht, zeigen bereits Unverpackt-Läden und Bio-Märkte,” sagt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich. Allein in Österreich haben sich die jährlichen Verpackungsabfälle von 2014 bis 2018 um 110.000 Tonnen erhöht. Doch bis zum verpackungsfreien Einkauf im Supermarkt ist es noch ein weiter Weg. Bei den Diskontern Hofer, Lidl und PennyMarkt ist unverpackt einkaufen am schwierigsten - weder offene Feinkostartikel wie Käse und Wurst noch Getränke in Mehrweg-Flaschen sind erhältlich. Auch bei den anderen Supermärkten ist die umweltfreundliche und mehrmals wiederbefüllbare Pfandflasche nach wie vor die Ausnahme, doch das Angebot steigt langsam. Die größte Mehrweg-Auswahl gibt es bei Interspar.

Positiv anzumerken ist, dass laut den Supermärkten in allen Filialen mit einer Feinkosttheke es möglich ist, den selbst mitgebrachten Behälter für etwa Brot, Käse, Wurst und Aufstriche zu verwenden. Zudem kann auch der eigene Becher für den Coffee-to-go verwendet werden. An entsprechenden Hinweisen für die KonsumentInnen mangelt es. “Das Unverpackt-Angebot in den Supermärkten ist gut gemeint, aber meistens schlecht umgesetzt. In den Filialen wird viel zu selten darauf hingewiesen, dass man die eigenen Behälter und Becher für den Einkauf verwenden darf”, kritisiert Panhuber.

Greenpeace fordert von den Supermärkten die Verpackungsmengen bis 2025 um 25 Prozent zu reduzieren sowie Mehrweg- und Unverpackt-Systeme in den Geschäften zu forcieren. Neben Plastikverpackungen haben auch Einwegverpackungen aus Glas, Papier, Aluminium und Bio-Kunststoff einen hohen ökologischen Fußabdruck. “Sich nur auf das Müllsammeln und Recycling zu konzentrieren, hat sich in den letzten Jahren als Irrweg erwiesen. Es wird zu wenig Material wiederverwertet und viel Energie verbraucht. Die beste Verpackung ist keine Verpackung oder ein Mehrwegbehälter, der oft genug wiederverwendet werden kann”, empfiehlt Panhuber.

Alle Unterlagen zum Marktcheck “Unverpackt einkaufen” unter: https://act.gp/3ofhD1G

Bildmaterial: https://act.gp/3CVNhVN
Fotomaterial steht unter Angabe der Credits für die redaktionelle Nutzung kostenlos zur Verfügung: © Armin Rudelstorfer / Greenpeace

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