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veröffentlicht am 29.04.2020

Umweltorganisation fordert Ökologisierung der Luftfahrt etwa durch Aus für Kurzstrecken, Erhöhung der Ticketabgabe und Einführung von Steuern auf Kerosin

Greenpeace: Nein zu Agro-Treibstoffen aus Holz und Pflanzenölen für die Luftfahrt

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lehnt die Pläne der Landwirtschaftskammer, Kerosin aus Holz zu produzieren, kategorisch ab. Der einfache Grund: Es gibt dafür schlicht und einfach zu wenig nutzbares Holz in Österreich. Greenpeace erteilt generell jeder Art von Agrotreibstoffen auf Basis von land- oder forstwirtschaftlichen Rohstoffen eine Absage. Greenpeace fordert von der österreichischen Bundesregierung im Zusammenhang mit der Staatshilfe für die AUA eine Ökologisierung der Luftfahrt, etwa durch ein Aus für Kurzstrecken, die Erhöhung der Ticketabgabe sowie die Einführung von Steuern auf Kerosin. Zudem soll die Regierung - in Zusammenarbeit mit den Fluglinien - ein Forschungspaket für die Entwicklung von Kerosin aus erneuerbarem Strom (“Power-to-Liquid”) fördern.

“Der österreichische Wald wird bereits jetzt zu 88 Prozent genutzt -mit seit Jahren steigender Tendenz. Jede weitere Holznutzung muss daher sehr sorgsam geplant werden und das Holz dort eingesetzt werden, wo es am effizientesten ist. Das ist im Bereich der regionalen Wärmeversorgung - um zum Beispiel Heizöl zu ersetzen -aber sicher nicht in Flugzeugen”, sagt Greenpeace-Experte Herwig Schuster.

Greenpeace lehnt ebenso jeden Einsatz von Pflanzenölen für die Herstellung von Treibstoffen ab. “In Österreich ist es zum Glück bereits weitgehend Konsens, auf Palmöl im Tank zu verzichten - das ist klar im Regierungsprogramm verankert. Jedoch ist auch die Ökobilanz von Agrodiesel auf Rapsölbasis schlechter als jene von herkömmlichem Diesel,” erläutert Schuster.

Greenpeace sieht jedoch ein gewisses Potential in der Herstellung von synthetischem Kerosin aus erneuerbarem Strom, Wasser und Kohlendioxid. Die Herstellung dieses künstlichen Kerosins (Power-to-Liquid) ist jedoch sehr energieintensiv bzw. braucht es zusätzliche, große Flächen für Photovoltaik oder Windkraftanlagen. Darum wird diese Alternative nie den gesamten derzeitigen Flugverkehr abdecken können, sondern nur bei jenen Flügen eingesetzt werden, die nicht durch Züge oder Fähren ersetzt werden können.

Hintergrundinformation - Kurzstudie des Wuppertal-Instituts im Auftrag von Greenpeace:
https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/kurzstudie_kraftstoffe_verkehrswende.pdf

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