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veröffentlicht am 20.08.2020

Österreichs Plastikproduktion verursacht rund vier Mio. Tonnen CO2-Emissionen

Greenpeace: Plastikverbrauch in Österreich verursacht 1,5-Faches der Flugverkehr-Emissionen

Eine neue Analyse der Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigt die bisher wenig beachteten Auswirkungen der Plastikproduktion auf unser Klima: In Österreich verursachen die Produktion und Verbrennung von tausenden Tonnen Plastik jährlich rund vier Millionen Tonnen CO2. Das entspricht etwa dem Anderthalbfachen des Flugverkehrs. Ein Viertel der Emissionen entsteht durch Plastikverpackungen, die meist nur wenige Tage oder Wochen verwendet werden. Greenpeace warnt, dass sich die plastikbedingten Emissionen laut wissenschaftlicher Prognosen in den kommenden dreißig Jahren weltweit etwa verdreifachen könnten. Die Umweltschutzorganisation fordert von der Bundesregierung, Einweg-Plastikverpackungen gesetzlich zu beschränken und Mehrwegsysteme massiv auszubauen, zum Beispiel bei Getränken. Beides solle im neuen Abfallwirtschaftsgesetz verankert werden, das die Regierung bis Ende des Jahres beschließen will, so Greenpeace.

„Dass die Plastikverschmutzung unsere Ozeane bedroht, ist weitläufig bekannt. Aber Plastik ist auch ein gigantischer Klimakiller und CO2-Treiber – das wird in der Öffentlichkeit allerdings noch wenig wahrgenommen”, sagt Lisa Panhuber, Konsumexpertin von Greenpeace in Österreich. Die Produktion von einer Tonne Kunststoff erzeugt im Durchschnitt rund 1,3 Tonnen CO2, in der Verbrennung entstehen fast drei Tonnen CO2. Umgelegt auf Österreich – wo jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen Kunststoff produziert und 700.000 Tonnen verbrannt werden – entstehen so hierzulande plastikbedingt rund vier Millionen Tonnen CO2. Der Flugverkehr verursacht in Österreich jährlich rund 2,6 Millionen Tonnen CO2.

Sechs Prozent des weltweit geförderten Erdöls fließen in die Plastikproduktion. Allein in den 1,6 Milliarden PET-Flaschen, die in Österreich jährlich verbraucht werden, stecken pro Stück durchschnittlich 80 Milliliter Erdöl – umgerechnet rund 130 Millionen Liter Erdöl. Mit derselben Menge Erdöl könnten rund 40.000 Autos für ein Jahr betankt werden – das ist die Anzahl zugelassener PKWs in der Stadt Villach. „Weil in Zukunft weniger Öl für Autos oder Heizungen gebraucht wird, versucht die Ölindustrie neue Abnehmer zu finden und kurbelt das Geschäft mit Plastik enorm an. Dass dabei Plastik als klimafreundliche Alternative dargestellt wird ist Greenwashing pur”, so Panhuber weiter.

PET-Flaschen und andere kurzlebige Einwegverpackungen aus Erdöl machen rund ein Drittel des Plastikmülls in Österreich aus. Plastikverpackungen werden in Österreich nur zu etwa 25 Prozent recycelt, PET Flaschen zu rund 55 Prozent. Der Rest wird klimaschädlich verbrannt.

Werden Einwegflaschen, Take-Away-Boxen und andere Verpackungen durch Mehrwegsysteme ersetzt, können in der Produktion jährlich Millionen Liter Erdöl eingespart werden. “Wir können den Erdölverbrauch und die Emissionen durch die Plastikproduktion deutlich senken, wenn wir Verpackungen reduzieren und auf Mehrwegsysteme umsteigen”, sagt Panhuber.

Ein Umstieg von Plastik-Einweg auf andere Materialien wie Einweg-Papier, Einweg-Biokunststoff oder Einweg-Metall ist hingegen keine umweltfreundliche Lösung. Denn die Erzeugung dieser Materialien ist ebenfalls sehr energieintensiv. „Die Politik und Unternehmen wie Coca-Cola und Lidl müssen den Wegwerf-Wahnsinn bei Verpackungen stoppen und Alternativen schaffen – denn aktuell haben die Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf meist gar keine andere Wahl, als jede Menge klimaschädliche Einweg-Verpackungen einzukaufen.”

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