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veröffentlicht am 05.08.2020

Greenpeace fordert Mehrwegsystem bis 2021

Greenpeace protestiert mit meterhohen Plastikflaschen gegen Lidl-Verpackungsmüll

Greenpeace-AktivistInnen protestieren aktuell mit einer vier Meter hohen und 20 Meter langen Flaschen-Installation vor einer Lidl-Filiale im Salzburger Stadtzentrum. Mit der Aktion kritisieren die UmweltschützerInnen, dass der Diskonter mit seinen Einwegverpackungen Ressourcen verschwendet und die Umwelt verschmutzt. Greenpeace hat vor dem Supermarkt zwei alternative Eingänge in der Form einer überdimensionalen Einweg- und einer Mehrwegflasche platziert. Die Umweltorganisation gibt damit den KundInnen erstmals symbolisch die Möglichkeit, sich bei Lidl für das umweltfreundliche Mehrweg zu entscheiden. Bisher bietet Lidl nämlich flächendeckend nur Einwegverpackungen an. Greenpeace fordert den weltweit größten Diskonter auf, ab 2021 alle Getränkearten auch in wiederbefüllbaren Flaschen zu verkaufen.

„Lidl lässt seinen Kundinnen und Kunden keine Wahl: Der Diskonter hat bei Getränken österreichweit nur Einwegverpackungen im Regal. Damit müssen Konsumentinnen und Konsumenten bei Lidl oft zu umweltschädlichem Wegwerfplastik greifen. Und der Diskonter trägt dazu bei, dass die Müllberge in Österreich weiter wachsen. Lidl muss endlich Bier, Wasser, Limonaden und Milch in Mehrwegflaschen anbieten”, fordert Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich. Die Diskonter in Österreich weigern sich seit Jahren, Getränke in wiederbefüllbaren Pfandflaschen zu verkaufen. Stattdessen überschwemmen sie den Markt mit Einwegverpackungen. Lidl trägt dabei besondere Verantwortung, denn der Konzern ist Händler und Getränkehersteller zugleich. Zur Lidl-Gruppe gehört die Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG, die laut der Deutschen Umwelthilfe jährlich rund 3,2 Milliarden Getränke in Einweg-Plastikflaschen abfüllt. Das sind doppelt so viele PET-Flaschen wie die ÖsterreicherInnen pro Jahr insgesamt verbrauchen.

Auch in Deutschland und der Schweiz verkauft Lidl Getränke flächendeckend nur in Einwegplastik, Aludosen oder Einwegglas. „Schluss mit Alibi-Aktionen: Seit zweieinhalb Jahren testet Lidl halbherzig Mehrwegflaschen in einzelnen Filialen in Österreich. Doch ein Ausbau ist nach wie vor nicht geplant. Die Menschen wollen keine Pseudo-Nachhaltigkeit, sondern dass die Supermärkte ernsthaft Verpackungen reduzieren. 80 Prozent der Bevölkerung sind ganz klar für Mehrweg”, so Lisa Panhuber.

Wiederbefüllbare Verpackungen schonen Ressourcen, verbrauchen weniger Energie und reduzieren die Müllberge – egal ob bei Getränken, Spülmitteln, Hygieneprodukten, Tierfutter, oder Konserven. Gerade bei Getränkeflaschen ist ein Umstieg auf Mehrweg möglich – waren doch noch in den Neunzigerjahren auch in Österreich rund 80 Prozent der Getränke in Mehrwegflaschen abgefüllt. Während Spar, Billa, Merkur und Co. zumindest Bier, einige Wassermarken, Limonaden und seit kurzem Milch in Mehrwegflaschen anbieten, blockieren Lidl, Hofer und Penny die umweltfreundlichste Verpackungsform Mehrweg komplett. „Der Diskont in Österreich muss endlich auf Umweltkurs kommen und die Mehrwegflasche ins Regal bringen”, fordert Panhuber.

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