veröffentlicht am 20.05.2021

Umweltschutzorganisation warnt: “Business-as-usual” Strategie könnte 100% des Eigenkapitals und 22% des Fremdkapitals der OMV vernichten

Greenpeace-Studie: OMV muss radikalen Kurswechsel einlegen um ökologisches und wirtschaftliches Desaster zu vermeiden

Anlässlich der aktuellen Debatte rund um die Neubesetzung des OMV Vorstandschefs veröffentlicht Greenpeace zusammen mit den Marktszenarien-Experten von Profundo eine umfassende 30 Seiten starke Analyse der aktuellen Strategie der OMV. Darin wird die Geschäftsstrategie auf ihre Kompatibilität mit den Pariser Klimazielen geprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd- der Konzern verfolgt derzeit keine paris-konforme Strategie. Mehr noch: Die “Business-as-usual” Strategie des Konzerns könnte 100% des Eigenkapitals sowie 22% des Fremdkapitals der OMV vernichten. Internationale Klimaschutzgesetze und eine künftige CO2-Bepreisung werden dem Geschäftsmodell und damit dem Konzernergebnis in den kommenden Jahren massiv zusetzen. Die OMV bleibt jedoch mit der aktuellen Strategie auch in Zukunft stark von Öl und Gas abhängig. Zudem ist ein weiterer Ausbau des Downstream-Bereichs geplant, also ein Anstieg in der Verarbeitung von Öl und Gas. Aktuell fließen außerdem noch rund 60% (Stand 2020) der Investitionen in den Upstream-Bereich und damit in die Öl- und Gasförderung. Greenpeace fordert ein rasches Umdenken im Konzern. Beim Führungswechsel weg von Öl-Mann Rainer Seele muss eine zukunftsorientierte Führungskraft die OMV sicher in eine 1,5-Grad-Welt navigieren, anstatt den teilstaatlichen Konzern an die Wand zu fahren.

Die Studie kann hier heruntergeladen werden: http://act.gp/GP-OMV-Profundo2021

Die Studie, die das Profundo-Institut im Auftrag von Greenpeace durchgeführt hat, wirft einen kritischen Blick auf die Konzernbilanz. Dabei werden auch die Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte, sowie Strategiepapiere des Unternehmens berücksichtigt.

Einer der Studienautoren, Gerard Rijk, führt aus: “Über weite Strecken werden die Eigenkapitalrisiken der OMV - bezogen auf Stranded Assets, zukünftige Regulierungen und Reputation - stark unterschätzt. Die Gefahr, die von einem veralteten Öl- und Gasgeschäftsmodell in einer 1,5 Grad Welt ausgeht, wird dabei großteils negiert. Sinkende Nachfrage und steigende CO2-Preise werden die Geschäftsfelder zunehmend unwirtschaftlich machen. Jüngste und geplante Investitionen in nicht-fossile Aktivitäten fallen nur sehr gering aus und es fehlt ein Fahrplan zu Netto-Null-Emissionen in 2040/50.”

Die Folgen dieser Analyse sind für Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace Österreich, klar: “Die heute präsentierte Analyse zeigt, dass ein Strategiewechsel der OMV bitter nötig ist. Ein Festhalten an der jetzigen business-as-usual Strategie stellt ein hohes ökologisches, aber auch ein enormes wirtschaftliches Risiko für den teil-staatlichen Konzern dar. Die kommende Geschäftsführung der OMV ist gefordert, die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Pariser Klimavertrag ernst zu nehmen. Die OMV muss jetzt schnellstmöglich auf einen wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Pfad geführt werden.”

Die Analyse von Profundo gibt auch einen Ausblick, wie eine neue Geschäftsstrategie der OMV paris-konform ausgerichtet werden und dadurch mittelfristig zu einer Wertsteigerung von 19,5 Milliarden Euro beitragen kann. “Die OMV muss den fossilen Energieträgern Öl und Gas schrittweise den Rücken kehren. Alle zukünftigen Investitionen müssen in erneuerbare Geschäftszweige wie Tiefengeothermie, Offshore-Windkraft oder Kreislaufwirtschaft fließen. Nur so lässt sich ein wirtschaftliches und ökologisches Desaster vermeiden und ein echter Beitrag zum Klimaschutz leisten” appelliert Duregger.

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