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veröffentlicht am 01.08.2018

Österreichische Regierung muss während EU-Ratspräsidentschaft Priorität auf höhere Klimaschutzziele legen

Greenpeace warnt: Hitzewelle ist Symptom des ungebremsten Klimawandels

Wien - Mit 35 Grad wird morgen im Osten Österreichs der vorläufige Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle erreicht werden. Damit ist aber noch kein Ende der extremen Hitze in Sicht, die Europa seit Wochen heimsucht. Die Wissenschaft bestätigt: Hitzewellen und andere Extremwetterereignisse treten durch die rasante Erderhitzung häufiger auf. Um die katastrophalen Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs zu mindern, fordert Greenpeace von der österreichischen Regierung, sich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft für eine deutliche Erhöhung der EU-weiten Klimaziele stark zu machen.

“Ernteausfälle durch Dürren, riesige Waldbrände, Rekordhitze mit zahlreichen Toten – wie viele Beweise für die Erderhitzung brauchen wir noch?”, fragt sich Adam Pawloff, Klima- und Energiesprecher von Greenpeace in Österreich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der “World Weather Attribution”-Partnerschaft sind sich inzwischen sicher: Die Klimaerhitzung hat das Auftreten von Hitzewellen in Nordeuropa mindestens doppelt so wahrscheinlich gemacht, wie ohne menschliches Einwirken. “Wir steuern derzeit zielgenau auf die Klimakatastrophe zu. Die EU muss endlich vom Reden ins Handeln kommen und die Klimapolitik deutlich anpassen. Statt 40 Prozent weniger klimaschädliche Treibhausgase bis 2030, braucht es eine Verringerung um mindestens 65 Prozent. Österreich kann im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft die entsprechenden Weichen dafür stellen. Das muss für die Bundesregierung oberste Priorität haben”, fordert Pawloff.

Wenn die EU und die einzelnen Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen zum Klimaschutz nicht erheblich verbessern, werden die Ziele aus dem Klimavertrag von Paris verfehlt: Im Vertrag wurde festgehalten, die Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken und nach Möglichkeit unter 1,5 Grad. Ein Grad Erwärmung hat bereits stattgefunden. “Mit der aktuellen Klimapolitik steuert die Welt auf einen Temperaturanstieg von 3,5 Grad zu. Hitzewellen, wie wir sie derzeit erleben, würden dann jedes Jahr wiederkehren. Dabei wird die hitzebedingte Sterblichkeit zunehmen, wir werden schneearme Winter und extreme Dürren erleben, und die Gletscher werden wegschmelzen, was unsere Versorgung mit Trinkwasser bedroht”, warnt Pawloff.

Auch in Österreich ist der Temperaturanstieg eindeutig spürbar: April bis Juni 2018 war in Österreich das wärmste 2. Quartal der Messgeschichte. Die Hagelversicherung beziffert die Schäden in der Landwirtschaft für diese drei Monate auf 110 Millionen Euro. Insgesamt verursacht die Klimaerhitzung in Österreich heute bereits Kosten von rund einer Milliarde Euro pro Jahr – etwa in Form von Hochwasserschäden oder Ernteausfällen in der Landwirtschaft. Besonders erschreckend: In den vergangenen fünf Jahren kamen hierzulande mehr Menschen durch die Hitze ums Leben als durch Verkehrsunfälle. “Wir müssen die weltweite Klimaerhitzung endlich als ernsthafte Bedrohung begreifen: Tun wir nichts, rasen wir ungebremst auf die Klimakatastrophe mit massiven wirtschaftlichen und menschlichen Schäden zu. Die aktuelle Situation bietet aber auch eine Chance für unsere Gesellschaft: Betreiben wir ab sofort ernsthaften Klimaschutz, schaffen wir dadurch Millionen von Arbeitsplätzen und sparen uns Geld und unsagbares Leid”, so Pawloff.

Ein Factsheet zum Thema Hitzewelle und Klimawandel finden Sie hier: http://bit.ly/2LUHMjo

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