veröffentlicht am 31.08.2021

Greenpeace warnt mit 3D-Straßenbild vor dramatischen Folgen von Klima- und Artenkrise

Anlässlich der bevorstehenden Naturschutz-Konferenzen “IUCN” und “CBD” fordert Greenpeace sanktionierbare und rechtlich verpflichtende Artenschutzziele

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt heute auf dem Wiener Stephansplatz mit einem 40 Quadratmeter großen, interaktiven 3D-Straßenbild vor der akuten Artenkrise. Das Gemälde zeigt auf, wie wertvolle Lebensräume auf unserem Planeten für Profit zerstört, zubetoniert, rücksichtslos ausgebeutet oder durch die menschgemachte Klimakrise für Tiere und Pflanzen unbewohnbar werden. Weltweit sterben jeden Tag 150 Arten aus. Alleine in Österreich sind 39 Prozent der Tierarten vom Aussterben bedroht. Greenpeace fordert anlässlich der bevorstehenden Naturschutzkonferenzen „IUCN” (International Union for Conservation of Nature) und „CBD” (Convention on Biological Diversity) die österreichische Regierung auf, sich auf internationaler Ebene für sanktionierbare und rechtlich verpflichtende Artenschutzziele einzusetzen und diese schnellstmöglich umzusetzen.

„Wir befinden uns aktuell mitten in einem Massensterben der Tier- und Pflanzenarten. Schafft es die internationale Staatengemeinschaft nicht, sich auf ambitionierte und effektive Artenschutzziele zu einigen, werden unzählige Tiere und Pflanzen aussterben und Ökosysteme zusammenbrechen. Wir müssen der Rohstoffgier von industrieller Landwirtschaft und Fischerei, sowie der überbordenden Bodenversiegelung mit starken und sanktionierbaren Maßnahmen einen Riegel vorzuschieben”, sagt Ursula Bittner, Wirtschaftsexpertin von Greenpeace in Österreich. Bereits 68 Prozent der Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien sind weltweit verschwunden. Auch die Folgen der Klimakrise – wie steigende Temperaturen und Extremwetterereignisse – kurbeln das Artensterben an. 2021 wüteten in großen Teilen der Welt heftige Brände. So stand in Russland eine größere Fläche in Flammen als jemals zuvor.

Von 3. bis 11. September findet der „World Conservation Congress” der IUCN statt, bei dem zahlreiche Vertreter:innen von Konzernen, der Zivilgesellschaft, indigenen Gemeinschaften und Wissenschaftler:innen teilnehmen werden. Die Ergebnisse der IUCN werden die Biodiversitätskonferenz CBD (Convention on Biological Diversity) im Herbst 2021 und im Frühling 2022 wesentlich beeinflussen. Bei der CBD werden die Vertragsstaaten über Artenschutzziele bis zum Jahr 2030 entscheiden und ebenfalls darüber, wie diese erreicht werden sollen. Die 2010 beschlossenen „Aichi-Ziele” zum Schutz der Biodiversität wurden allerdings bisher nur unvollständig erreicht. „Wir haben keine weiteren zehn Jahre mehr. Das aktuelle Massenaussterben bedeutet nicht nur, dass einige Arten verschwinden – langfristig verlieren wir Menschen unsere Lebensgrundlage. Zahlreiche rasant verschwindende Spezies sind beispielsweise für die Bestäubung und somit schlussendlich die Nahrungsversorgung der Menschen essentiell “, so Bittner.

Greenpeace fordert, dass sich die österreichische Regierung für starke Artenschutzziele einsetzt. Falsche Lösungen, wie Offsets oder private Zertifizierungen dürfen nicht länger forciert werden. Stattdessen müssen auf mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresfläche bis 2030 Schutzgebiete eingerichtet werden. Dabei müssen indigene und lokale Bevölkerungsgruppen konsequent mit eingebunden werden. „Viel zu lange wurde auf fadenscheinige Greenwashing-Versprechen und freiwillige Verpflichtungen von Unternehmen vertraut. Die Vertragsstaaten der Biodiversitätskonvention müssen nun sicherstellen, dass starke, sanktionierbare Ziele festgelegt werden, die transparent prüfbar sind und rechtsverbindlich implementiert werden”, fordert Bittner.

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