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veröffentlicht am 23.04.2018

Masse an Kleidung schaden Mensch und Umwelt - Jedes fünfte Kleidungsstück ungetragen

Greenpeace zu Fashion Revolution Day: Tipps für nachhaltigen Kleiderkonsum

Wien - Der morgige Fashion Revolution Day, der Gedenktag für den Fabrikeinsturz von Rana Plaza in Bangladesch, weist auf die katastrophalen Auswirkungen von Fast Fashion hin. Die Produktion unserer Kleidung ist neben den katastrophalen sozialen Umständen beispielsweise auch schuld an zwanzig Prozent der globalen industriellen Wasserverschmutzung. Ein großer Teil der Hosen, T-Shirts oder Kleider verstaubt zudem in unseren Schränken, im Schnitt wird jedes fünfte Stück nie getragen. Zu diesem Anlass hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace mehrere Tipps zum nachhaltigen Kleiderkonsum zusammengestellt.

„Die konventionelle Textilindustrie ist einer der größten industriellen Umweltverschmutzer, und auch im Sozialbereich oft mehr als nur katastrophal: Der große Hunger nach täglich neuer Mode hat in den Produktionsländern für teils sklavenähnliche Zustände unter den Arbeiterinnen und Arbeitern gesorgt“, sagt Nunu Kaller, KonsumentInnensprecherin bei Greenpeace Österreich. Ins Leben gerufen wurde der Fashion Revolution Day anlässlich eines Unglücks in einem Vorort von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch vor fünf Jahren. Damals brach die Textilfabrik Rana Plaza in sich zusammen und begrub tausende TextilarbeiterInnen unter sich. 1135 Menschen starben, über 2400 wurden teils schwer verletzt.

Um den Fast Fashion Trend entgegenzuwirken, hat Greenpeace einige Tipps für einen rundum nachhaltigen Kleiderkonsum zusammengestellt: „Es lohnt sich, mutig zu sein und mal im eigenen Kleiderschrank nach neuen Kombinationen zu suchen, oft fühlt sich dann Vorhandenes wie neu an“, sagt Kaller. Zudem muss Kaputtes nicht gleich im Müll landen: „Leider verlernen wir die Kulturtechnik des Reparierens mehr und mehr“, so Kaller: „Die vergleichsweise schlechte Qualität von Fast Fashion hat dazu geführt, dass ein Rock mit einem Loch eher weggeworfen als repariert wird.“ Es zahlt sich jedoch aus, Dinge zu reparieren – sowohl die eigene Börse als auch die Umwelt werden dabei geschont. Auch über das Reparieren hinausgehend kann man aus alter Kleidung trendige, neue Stücke kreieren: Aus einer alten Jeans, die nicht mehr gefällt, kann schon in wenigen Minuten ein Rock genäht, alte Pullover zu Kissen oder Taschen verarbeitet werden.

„Großen Spaß machen übrigens auch Tauschpartys im Freundeskreis. Hier werden Kleidungsstücke, die nicht mehr getragen werden, getauscht. Oft findet man dabei wahre Schätze für den eigenen Kleiderschrank“, erklärt Kaller: „Spannend sind auch neue Konzepte wie Kleidereien, wo man sich Kleidungsstücke wie in einer Bibliothek ausleihen kann.“ In Wien bietet das Start-up-Unternehmen „endlos fesch“ diese Lösung an.

Im Falle eines Neukaufs empfiehlt Greenpeace, auf faire und ökologische Produktion zu achten. Gütezeichen wie GOTS und Made in Green sind hier beispielsweise vertrauenswürdig. Von vielen anderen Kennzeichen im Textilbereich rät die Umweltschutzorganisation ab. „Auch im Textilbereich wird mit dem Gewissen der Konsumentinnen und Konsumenten gearbeitet, doch die wenigsten Gütezeichen halten, was sie versprechen“, sagt Kaller. Mit „Textilsiegel im Greenpeace-Check“ hat die Umweltschutzorganisation kürzlich einen Ratgeber herausgebracht, der Orientierung im Gütesiegel-Dickicht bringt.

Den Greenpeace-Guide „Textilsiegel im Greenpeace-Check“ finden Sie unter: https://bit.ly/2J7RE4l

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