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veröffentlicht am 22.12.2020

Umweltschutzorganisation begrüßt Aus für Autobahnprojekt, kritisiert jedoch unklaren Zeitplan für Bahnausbau und Festhalten an umweltzerstörerischem Straßenausbau

Greenpeace zum Ende der Waldviertelautobahn: Die Zeit für fossile Verkehrs-Megaprojekte ist abgelaufen

Die Umweltschutzorganisation begrüßt das heute von Klimaministerin Leonore Gewessler und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner angekündigte Ende des fossilen Megaprojekts Waldviertelautobahn als ersten Schritt in Richtung zukunftsfähiger Verkehrs- und Klimapolitik. Gleichzeitig lässt der präsentierte Zeitplan sowie der angekündigte Ausbau des Landesstraßennetzes zu wünschen übrig. Der Verkehr ist das große Sorgenkind der Klimapolitik Österreichs und für rund ein Drittel der heimischen Emissionen verantwortlich. Überholte Verkehrs-Megaprojekte wie die Waldviertelautobahn, aber auch die Lobau-Autobahn, die dritte Piste oder die S8 im Weinviertel würden diesen Missstand für weitere Jahrzehnte einzementieren und belasten Budget und Klima. Die Abkehr von der völlig überdimensionierten Waldviertelautobahn ist ein Schritt in die richtige Richtung. In Kombination mit einem zügigen Bahnausbau und Anreizen wie dem 1-2-3-Ticket kann hier ein wichtiger Lenkungseffekt weg vom klimabelastenden Individualverkehr, hin zu einem nachhaltigen und gerechten Verkehrssystem gesetzt werden.

“Wir begrüßen die Entscheidung gegen die Waldviertelautobahn und die versprochenen Mittel für den Ausbau des Bahnnetzes, aber es braucht einen klaren Zeitplan für den raschen Ausbau des Bahnverkehrs. Jahrelang Hunderte Millionen Euro in den Ausbau des Straßennetzes zu stecken, während der Bahnausbau in ferne Zukunft gerückt wird, reicht nicht aus, um den Folgen der Klimakrise entschlossen zu begegnen,” warnt Greenpeace-Verkehrssprecher Herwig Schuster.

Greenpeace fordert, dass alle unökologischen Infrastrukturinvestionen wie Autobahnneubauten und Flughafenerweiterungen sofort gestoppt werden. Dies gilt nicht nur für die heute zu Grabe getragene Waldviertelautobahn, sondern auch für die Lobau-Autobahn, die S8 im Weinviertel oder die dritte Piste am Flughafen Schwechat. Stattdessen müssen viel mehr Mittel in den Ausbau der Bahn und vor allem im städtischen Bereich in die Förderung des Zufußgehens und Radfahrens fließen. „Der Verkehr ist seit langem das große Sorgenkind in Österreich beim Kampf gegen die Klimakatastrophe. Während die Treibhausgasemissionen der meisten anderen Sektoren zumindest leicht sinken, sind jene im Verkehrsbereich bis 2017 gegenüber 1990 um 70 Prozent gestiegen“, sagt Schuster.

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