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veröffentlicht am 31.05.2018

8-Punkte-Plan für die neue GAP-Periode – Ministerin Köstinger muss zukunftsfähige Landwirtschaft unterstützen und nicht Agrarkonzerne

Greenpeace zur Gemeinsamen Agrarpolitik: Kein Steuergeld für Umweltzerstörung!

Brüssel/Wien – Umweltzerstörung und Tierleid dürfen in Zukunft nicht mehr mit öffentlichen Geldern belohnt werden, fordert Greenpeace. Anlässlich des für morgen angekündigten Vorschlages der EU-Kommission zur neuen Gemeinsamen Agrarpolitik präsentiert die internationale Umweltschutzorganisation einen 8-Punkte-Plan für die nächste GAP-Periode. Von Landwirtschaftsministerin Köstinger fordert Greenpeace, Umweltschutz nicht den Interessen der Agrarindustrie zu opfern, sondern sich für eine europaweite Ökologisierung der Landwirtschaft stark zu machen.

„Der größte Posten des EU-Haushalts, die Gemeinsame Agrarpolitik, ist hochgradig ineffizient gestaltet. Das aktuelle Fördersystem ist nicht in der Lage, den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen, Umweltschädigung zu vermeiden oder einen Beitrag gegen die Klimaerhitzung zu leisten. Wir reden von Milliarden an Gießkannenförderung ohne konkreten Nutzen für die Gesellschaft“, bilanziert Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Jens Karg. Es müsse daher endlich eine deutliche Wende in der Förderpolitik geben, so die Umweltschutzorganisation.

Unter anderem fordert Greenpeace, Massentierhaltung nicht mehr mit Steuergeldern zu unterstützen. Karg: „Wer Agrarfabriken betreibt, trägt massiv zur Umweltzerstörung bei. Wo tausende Tiere eng zusammengepfercht ihr Dasein fristen, werden große Mengen an gefährlichem Methan, Ammoniak und Lachgas freigesetzt. Es ist völlig inakzeptabel, dass mit öffentlichen Geldern die Verursacher von Umweltzerstörung und Tierleid belohnt werden“, so Karg.

Weiters müssten künftig zumindest 50 Prozent der Direktzahlungen an konkrete Maßnahmen der Betriebe zum Schutz der Umwelt, der Gesundheit und des Tierwohls gebunden werden. Im Moment zähle nur der Besitz. „Die Großen kassieren am meisten. Kleine Familienbetriebe, die gesunde und umweltfreundliche Lebensmittel produzieren, müssen oft um ihr Überleben kämpfen“, so Karg. Allein zwischen 2005 und 2013 musste ein Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU schließen. Die verbleibenden Betriebe werden größer und größer.

Während die Agroindustrie wächst, steigt auch der Einsatz von Pestiziden. Der Grüne Bericht 2017 weist für Österreich über 1.200 zugelassene Pflanzenschutzmittel-Präparate aus, die in Verkehr gebrachte Wirkstoffmenge ist seit 2012 um 22,5 Prozent gestiegen – mit entsprechenden Auswirkungen: Insekten-, Bienen- und Schmetterlingspopulationen gehen dramatisch zurück. Karg: „Kein Gift auf dem Acker und kein Gift auf dem Teller, das wäre ein lohnendes Ziel für eine Agrarpolitik. Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen, die eine Landwirtschaft im Sinne unserer Umwelt, unserer Gesundheit und nicht zuletzt im Sinne des Tierwohls betreiben, das ist eine Investition in unser aller Zukunft.“

Von Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Köstinger verlangt Greenpeace, dem öffentlichen Bekenntnis zur ökosozialen und kleinstrukturierten Landwirtschaft endlich auch bei den politischen Maßnahmen Substanz zu verleihen. „Immer wenn es konkret wird, wenn beispielsweise Fördergelder für die Landwirtschaft an Leistungen für die Allgemeinheit gebunden werden sollen, dann endet die Unterstützung aus dem Ministerium. Bei den Verhandlungen zur vergangenen GAP hat sich Österreich sogar eher als Umweltbremser statt als Motor engagiert. Wir werden sehr genau darauf achten, dass sich das dieses Mal nicht wiederholt“, so Karg.

8-Punkte-Plan: Greenpeace-Forderungen für die nächste GAP-Periode: https://goo.gl/JfCR2T

Aktiv werden: https://landwirtschaft.greenpeace.at/unseressen

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