veröffentlicht am 09.11.2021

Klimaschutz-Index: Greenpeace sieht großen Aufholbedarf der österreichischen Klimapolitik

Österreich rutscht im internationalen Klimaschutz-Ranking auf Platz 36 ab - Ungebremst hohe Treibhausgase und Energieverbrauch schlagen sich negativ zu Buche

Wien/Glasgow – Anlässlich des heute im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Glasgow präsentierten internationalen Klimaschutz-Index, kritisiert Greenpeace die Umweltpolitik der österreichischen Regierung. Nur Platz 36 belegt Österreich beim weltweiten Klimaschutz-Ranking der Organisation Germanwatch. Damit fällt Österreich zurück und liegt hinter Staaten wie Mexiko und dem Nachbarland Deutschland. Der Klimaschutz-Index vergleicht die Klimabilanz von insgesamt 61 Staaten sowie der EU. Österreich erhält mit 52,8 von 100 Punkten zwar mehr Punkte als im Vorjahr, jedoch legen andere Staaten ein deutlich höheres Tempo bei Klimaschutzmaßnahmen an den Tag als Österreich und überholen die Alpenrepublik. Greenpeace fordert Umweltministerin Gewessler auf, bei der Aufholjagd im Klimaschutz durchzustarten. Dafür muss etwa ein Klimaschutzgesetz erlassen und Mega-Straßenbauprojekte wie die Lobau-Autobahn gestoppt werden.

“Das Klimaschutz-Ranking zeigt eindeutig: Österreich muss einen Zahn zulegen, Klimaschutzmaßnahmen verstärken und die Aufholjagd zu den Vorreitern starten,” fordert Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich, die in Glasgow vor Ort ist. Österreichs Klimabilanz ist mehr als enttäuschend: Die klimaschädlichen Emissionen sind unverändert auf einem hohen Niveau, doch ein klarer Reduktionspfad für die Zukunft fehlt. Einzig im Bereich der erneuerbaren Energien kann sich Österreich profilieren und erreicht Platz 17. Jedoch befindet sich Österreich zeitgleich beim Energieverbrauch unter den Nachzüglern. Dabei muss der Ausbau der erneuerbaren Energien Hand in Hand mit der Senkungen des Energieverbrauchs gehen. “Die Klima-Krise hat uns alle fest im Griff. Ein Abwarten wäre fatal für die Zukunft unseres Planeten. Österreich muss auf den Zug aufspringen und Klimaschutz priorisieren. Insbesondere braucht es eine unverzügliche Trendumkehr der steigenden Verkehrsemissionen und damit auch eine Absage klimaschädlicher Straßenbauprojekte wie der Lobau-Autobahn. Aber auch die Klimaneutralität muss endlich gesetzlich verankert sowie der fossilen Energie eine Absage erteilt werden”, sagt Duregger abschließend.

Den gesamten Klimaschutz-Index finden Sie am 9. November ab 10.30 Uhr unter: http://www.ccpi.org/

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