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veröffentlicht am 29.01.2019

Treibhausgase in Österreich überschreiten mit 1,3 Millionen Tonnen erstmals gesetzlichen Höchstwert - Kehrtwende im Klimakurs der Regierung notwendig

Treibhausgas-Bilanz: Greenpeace fordert von Regierung Sofort-Maßnahmen gegen Negativrekord

Wien – Anlässlich der heute vom Umweltbundesamt präsentierten Treibhausgas-Bilanz für Österreich im Jahr 2017 kritisiert Greenpeace den Klimakurs der Regierung scharf. Die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen sind das dritte Jahr in Folge gestiegen und haben erstmals die gesetzlichen Höchstwerte für Österreich im Rahmen der EU-Ziele überschritten. In diesem Fall schreibt das österreichische Klimaschutzgesetz vor, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um die Treibhausgase zu reduzieren. Greenpeace fordert die österreichische Regierung auf, sofort ein Notfallprogramm zu starten, um dem Negativtrend wirksam gegenzusteuern.

“Uns bleiben nur mehr zwölf Jahre, um den weltweiten Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase zu halbieren und so den Klimakollaps zu verhindern. In Österreich gibt es hingegen einen neuen Negativrekord bei den Treibhausgasen. Das ist fatal”, sagt Adam Pawloff, Klimaexperte bei Greenpeace in Österreich. 2017 sind die Emissionen für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels um zwei Prozent gestiegen, und liegen damit um 1,3 Millionen Tonnen über dem gesetzlichen Höchstwert von 50,4 Millionen Tonnen für das entsprechende Jahr. Grund für die erneut gestiegenen Emissionen ist vor allem der Verkehr. Hier sind die Emissionen seit 1990 um knapp 72 Prozent gestiegen. Ebenfalls stark angestiegen ist der Einsatz fossiler Energieträger in der Industrie und Energieproduktion. “Die Regierung muss sofort ein Notfallprogramm starten, um den Anstieg der Treibhausgase einzudämmen. Dazu ist sie auch gesetzlich verpflichtet. So muss unbedingt der öffentliche Verkehr gestärkt werden, etwa durch günstigere Bahntickets oder eine höhere Pendlerpauschale für Öffis”, sagt Pawloff.

Erst kürzlich warnten hauseigene ExpertInnen der Bundesregierung sowie die Bundesländer vor einem Totalversagen beim Erreichen der nationalen Klimaziele. Vor allem die Maßnahmen im Verkehrsbereich würden bei weitem nicht genügen, um das ohnehin schwache Reduktionsziel von rund 30 Prozent in diesem Sektor zu erreichen. Pawloff dazu: “Mit der zahnlosen Klimastrategie von Schwarz-Blau werden wir die Klimaziele meilenweit verfehlen. Es braucht endlich eine Kehrtwende im Klimakurs der Regierung.”

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